Lehrstelle selbst erarbeitet

Dennis Dymov brachte BIKAR-METALLE dazu,
eigens für ihn einen Ausbildungsplatz zu schaffen

Raumland/Bad Berleburg. Durch Engagement und Eigeninitiative hat der Hauptschüler Dennis Dymov (17) eine Lehrstelle als Industriemechaniker bei der Firma BIKAR-METALLE in Raumland bekommen - Eine Stelle, die es bislang noch gar nicht gab. Dennis Dymov ist eines von vielen positiven Beispielen, wie erfolgreich die Bad Berleburger Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Hauptschule mit ihren Berufsorientierten Klassen (BORK-Projekt) ist.

Dennis Dymov brachte BIKAR-METALLE dazu, eigens für ihn einen Ausbildungsplatz zu schaffen (WR-Foto)

Insgesamt 27 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse nahmen in diesem Jahr an dem freiwilligen Projekt teil. "17 davon haben einen Ausbildunsgplatz bekommen", berichtete BORK-Lehrerin Petra Wagener gestern stolz. "Das ist die erfolgreichste Quote bisher." Stolz sein darf auch Dennis Dymov. Er hatte sich, wie es das Projekt verlangt, in der neunten Klasse um einen Praktikumsplatz bei der Firma BIKAR-METALLE in Raumland gekümmert. Zu Beginn des zehnten Schuljahres hatte er dann das zweiwöchige Einstiegspraktikum im Betrieb absolviert und dann ein Schuljahr lang einmal pro Woche im Betrieb mitgearbeitet. Die Praktikumsnoten, die der 17-Jährige von seinem Betriebsbetreuer erhielt, waren so gut, dass sich der Metall verarbeitende Betrieb entschloss, neben kaufmännischen Lehrstellen erstmals in der Firmengeschichte auch einen gewerblichen Ausbildungsplatz anzubieten.

Das Probearbeiten bei Ferienjobs und Praktika hat sich immer mehr zum Auswahlkriterium für Azubis entwickelt, bestätigt Heinz-Georg Stark. Die Zeugnisnoten und Bewerbungsmappen allein sind den Unternehmen nicht mehr aussagekräftig genug. Das Engagement entscheidet.

Dymov soll Industriemechaniker lernen. "Wenn er seine Sache gut macht, werden wir ihn auch übernehmen", sagte Heinz-Georg Stark, Ausbildungsleiter der Firma. Bislang hat die mittlerweile auf 110 Beschäftigte angewachsene Firma alle ihre Azubis übernommen. "Das war auch immer ein Ansporn für die Jungen Leute", so Stark. Dymov solle zukünftig die Maschinen der Firma warten, denn die Firma, die mit Nichteisen-Metallen handelt, boomt und kann sich Stillstände an den Maschinen nicht leisten. Es besteht Facharbeiterbedarf.

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Stichwort BORK

  • Seit 2003 bietet die Bad Berleburger Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Hauptschule ihren Zehntklässlern das BORK-Projekt an. Das Angebot richtete sich an Zehntklässler des Typs A (Hauptschulabschluss).

  • Die Mädchen und Jungen müssen sich selbst ein Praktikumsunternhmen suchen, mit dem die Schule dann eine Praktikumsvereinbarung abschließt.

  • Nach einem zweiwöchigen Eingangspraktikum folgt normaler Unterricht an vier Schultagen pro Woche. Den fünften Tag verbringen die Schüler in den Firmen. Dortwerden sie ebenso wie in der Schule nach Fleiß etc. bewertet.

  • Im günstigsten Fall springt ein Ausbildungsplatz dabei heraus.

Quellennachweis

Das Text- und Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von der Westfälischen Rundschau (WR) zur Verfügung gestellt.

WR-Foto:
Lars-Peter Dickel

Westfälische Rundschau (WR)
WR-Ausgabe vom 6. Juni 2008
Internet www.derwesten.de

Westfälische Rundschau (WR)


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